Scherben
Schauspiel von Arthur Miller
27.02.2015 - 12.4.2015

Das Urteil
von Paul Hengge
09.11. 2014 - 30.11.2014

Der Wind macht das Fähnchen
Ein Einfamilienstück von Philipp Löhle
15.09. 2014 - 25.10.2014

Opa wird verkauft
Schwank von Franz Streicher
17.11. 2014 - 15.01.2015

Genug ist nicht genug
Lustspiel von Nick Walsh
10.03.2015 - 15.04.2015

Noch einmal verliebt
Komödie von Joe DiPietro
01.04.2015 - 20.05.2015

Polizeirevier Davidwache
Kriminalstück nach dem Film von Jürgen Roland
von Frank Thannhäuser
20.09.2014 - 31.10. 2014

Bauernhof Rock
Rock-Revue von Sandra Keck
10.09.2014 - 15.11.2014

10 Jahre Familie Malente
Das bisschen Spaß muss sein

Musikalische Comedy- Revue
von Dirk Voßberg und Knut Vanmarcke
20.12. 2014 - 28.02. 2015

Comedy & Concert
ein Abend mit Volker Heißmann

Musikalisch begleitet von der Pavel Sandorf Big Band
Termine 2014/2015 ganzjährig auf Anfr

 

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2014/15 als pdf

 

 

Information / Buchung:
Tel.: 04121 - 3800

Ernst Deutsch Theater, Hamburg
Scherben

Schauspiel von Arthur Miller
Aufführungsrechte: S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt/Main

Inszenierung: Yves Jansen
Ausstattung: Peter Schmidt

Mit: Henry Arnold, Steffen Gräbner, Frank Jordan, Nele Müller-Stöfen, Isabella Vértes-Schütter und Jasmin Wagner

Tourneezeitraum: 27.02.2015 bis 12.4.2015

 

Zum Inhalt

Brooklyn, 1938: Sylvia Gellburg lebt ein unauffälliges Leben an der Seite ihres erfolgreichen Mannes Phillip. Die amerikanische Jüdin ist von einer geheimnisvollen Lähmung der Beine befallen, für die es keinen körperlichen Befund gibt. Doktor Harry Hyman, der von Sylvias Mann hinzugezogen wird, versucht die Ursache für die Paralyse zu ergründen. Liegt sie, wie Philip annimmt, in der Besessenheit seiner Frau mit den Schrecken der Berliner Kristallnacht begründet? Oder steht sie im Zusammenhang mit seiner eigenen zwiespältigen Haltung zum Judentum und mit der sexlosen und bitteren Ehe, die das Paar seit 20 Jahren führt? Dr. Hyman forscht weiter. Was er da entdeckt, ist überraschend: Der Konflikt mit dem Ehemann, Phillip Minderwertigkeitsgefühle aufgrund seiner jüdischen Herkunft, kommt ebenso ans Licht wie der Versuch, sich gesellschaftlich anzupassen. Ängste, Minderwertigkeitsgefühle, Vernachlässigung, Verletzungen und unerfüllte Wünsche - vieles an Lebensfreude ist zu Bruch gegangen. So werden am Ende nicht nur private Schäden offenbar. "Scherben" sind das, was übrig bleibt, wenn ein Lebensentwurf zusammenfällt. Oft fängt alles mit einem scheinbar kleinen Splitter an.

Arthur Miller analysiert mit Schärfe und großer Sympathie für seine Figuren die fatalen Auswirkungen des verzweifelten Versuchs der Anpassung, Verdrängung und Überkompensation aus Angst.

Arthur Miller gilt als der wichtigste Dramatiker der USA. In seinem letztem Meisterwerk "Scherben" beschreibt er die Angst, in der Gesellschaft nicht bestehen zu können und die Auswirkungen der Verdrängung der eigenen Identität.

 

Kritiken

 Unter der Hand geriet Miller das in der Technik des Enthüllungsdramas à la Ibsen geschriebene Psychodrama über amerikanische Juden im Jahr 1938 zu einem Zeit-Stück über fortwirkende historische Verdrängungen, die als Verhaltensweisen fatal virulent geblieben sind.Berliner Zeitung, 2003

Arthur Millers Stück ist Psychokrimi und gesellschaftliche Analyse zugleich; ein ebenso unbequemes wie wichtiges Werk der Theatergeschichte. Sylvia Gellburg wird mit der Situation der Juden im Deutschland der Nazis und der Verdrängung des immer stärker aufkommenden Antisemitismus durch die jüdische Gemeinde nicht fertig. Doch der eigentliche Schlüssel zu ihrer Krankheit liegt bei ihrem Mann... Hamburger Abendblatt, 2001

 

Über die Produktion:

Arthur Miller wurde 1915 als Kind einer jüdischen Familie in New York geboren. Nach der Insolvenz der elterlichen Schneiderei im Jahre 1929 siedelte die polnische Immigrantenfamilie mit ihren Kindern nach Brooklyn über. Nach dem Abschluss der High-School arbeitete Miller in verschiedenen Jobs bis zu seiner Aufnahme an der University of Michigan im Jahre 1934. Dort hatte er sich zunächst für Journalismus eingeschrieben, wechselte aber 1936 ins Hauptfach Anglistik. Auslöser zum Wechsel war der Gewinn des Avery Hopwood Award in Drama für sein Stück "No Villain". Nach diesem Erfolg wurden mehrere Stücke von Miller bis zu seinem Uni-Abschluss 1938 aufgeführt.

Miller wurde 1949 als gerade erst 33-jährigem Autor für sein Drama "Death of a Salesman" ("Tod eines Handlungsreisenden") der Pulitzer-Preis verliehen. Die Anspielungen auf Joseph McCarthy und dessen Kommunistenjagd in dem Drama "Hexenjagd" brachten Miller Schwierigkeiten: Er erhielt keinen Pass für die Premiere des Stückes in Belgien, man behinderte sein Filmprojekt über jugendliche Straftäter in New York. Miller weigerte sich auch, im Juni 1956 Namen ihm bekannter Kommunisten vor einem Untersuchungsausschuss zu nennen und wurde deswegen 1957 zu einer Gefängnisstrafe, einer Geldstrafe und zu Passentzug verurteilt. Das Urteil gegen ihn wurde jedoch 1958 aufgehoben. Miller war Mitglied der Kommunistischen Partei der USA (CPUSA). Aus: de.wikipedia.org

Miller ist der wichtigste Vertreter des gesellschaftskritisch orientierten Theaters in Amerika. Seine Stücke spiegeln die Auswirkungen des Systems und seiner subtilen Unterdrückungsmechanismen auf die Psyche des Individuums wider und demontieren auf diese Art den amerikanischen Erfolgsmythos. Seine Charaktere sind die an den Rand der Gesellschaft Gedrängten, die aber trotzdem versuchen, ihre Würde zu bewahren. Die Bühne ist für ihn "der Ort schlechthin für Ideen, für Philosophien und für gründlichste Auseinandersetzung mit dem menschlichen Schicksal". Aus: Bertelsmann Schauspielführer

Der Regisseur:
Yves Jansen studierte an der Staatlichen Schauspielschule Frankfurt/Main. Nach Engagements als Schauspieler unter anderen in Frankfurt, Tübingen, Karlsruhe, Berlin und Basel begann er 1981 mit seiner Arbeit als Regisseur. Seine erste Inszenierung am Ernst Deutsch Theater in Hamburg war das Stück "Olgas Raum" von Dea Loher. Es folgten weitere Arbeiten wie zum Beispiel Hochhuts "Wessis in Weimar" und Ibsens "Hedda Gabler". Am Stadttheater St. Gallen inszenierte er Goethes "Faust I und II". An der Komödie Winterhuder Fährhaus führte er bei Sternheims "Die Hose" und "Gretchen 89ff" Regie. Neben seiner Tätigkeit am Theater ist Yves Jansen auch beim Fernsehen als Schauspieler und Regisseur tätig.

Peter Schmidt
Peter Schmidt, geboren in Bayreuth, schloss 1958 sein Studium an der Werkkunstschule Kassel ab und ging 1967 nach Hamburg, wo er als Creative Director arbeitete. 1972 gründete er gemeinsam mit Waltraud Bethge die Peter-Schmidt-Studios, die er bis zum Verkauf 2006 leitete. In den ersten Jahren konzentrierte man sich dort auf Verpackungsdesign für Gebrauchs- und Kosmetikartikel und begann 1980 mit großem Erfolg, Parfum-Flakons zu gestalten. Es folgten nationale und internationale Design-Aufträge. Peter Schmidt begann, verstärkt C Corporate-Design-Aufträge anzunehmen und konzipierte die Unternehmungserscheinungsbilder unter anderem für die Hamburgische Staatsoper, die Bundeswehr und die Stadt Hamburg. Die Peter Schmidt Studios wurden nach dem Ausstieg des Gründers umbenannt in "Peter Schmidt Group". Seit 2007 arbeitet Schmidt mit einem kleinen Team junger Designer in Hamburg und firmiert unter seinem Namen.
Neben Corporate Design und Produktdesign gestaltet Peter Schmidt auch Bücher, Zeit­schriften, Räume, Bühnenbilder sowie Websites.
In den 1990er Jahren verstärkte Peter Schmidt sein Schaffen im Bereich von Kunst und Kultur und wandte sich auch dem Theater zu. Er entwarf die Bühnenbilder unter anderen für John Neumeiers Ballette "Zwischenräume" (1994), "Tod in Venedig" (2003) und "Parzival" (2007).
Im Oktober 2006 wurde im Parkettfoyer der Oper Hamburg die von Peter Schmidt mitinitiierte und gestaltete Ausstellung "Verstummte Stimmen" eröffnet. 2007 übernahm er die Gestaltung des Festivals "Lamento" in der Gedenkstätte Neuengamme. Für das Ernst Deutsch Theater in Hamburg entwirft er kontinuierlich Bühnenbilder und Kostüme und wurde im Oktober 2007 mit dem Rolf-Mares-Preis der Hamburger Theater für die Ausstattung des Theaterstücks Nathan der Weise am Ernst Deutsch Theater ausgezeichnet.

Isabella Vértes-Schütter
Isabella Vértes-Schütter ist die Tochter der Opernsängerin Helga Pilarczyk. Nach dem Abitur 1980 am Hamburger Christianeum studierte sie Medizin und schloss das Studium 1987 mit der Promotion zum Dr. med. ab. Zusätzlich machte Isabella Vértes-Schütter eine Schauspielausbildung, wirkte ab 1988 künstlerisch bei der "Hammoniale – Festival der Frauen" auf Kampnagel mit. Später spielte sie in Hamburg am Ernst Deutsch Theater und am Thalia Theater. Seit 1995 ist Isabella Vértes-Schütter als Nachfolgerin ihres verstorbenen Mannes Friedrich Schütter Intendantin des Ernst Deutsch Theaters.

 

 

 

 

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