Sechs Tanzstunden in sechs Wochen
Komödie von Richard Alfieri
27. 10. bis 30. 12. 2012
-Wiederholungstournee-

Ein fliehendes Pferd
Stück nach der Novelle von Martin Walser
20. 9. bis 25. 10. 2012
-Wiederholungstournee-

Bunga Bunga Bavaria
Mit den Comedy-Stars
Volker Heißmann und Martin Rassau u.a.
22. 10. bis 08. 11. 2012

Liebeslänglich
Lustspiel von Folker Bohnet und Alexander Alexy
15. 2. bis 25. 3. 2013
- Wiederholungstournee-

Ganze Kerle
Lustspiel von Kerry Renard
24. 11. 2012 bis 20. 1. 2013

Die Glasmenagerie
Schauspiel von Tennessee Williams
25. 9. bis 31. 10. 2012
- Wiederholungstournee-

Der arme Ritter
Komödie von Stefan Vögel
30.3. bis 10.5. 2013
-Wiederholungstournee-

Familie Malentes Schlagerraketen
Comedy-Revue von Dirk Voßberg und Knut Vanmarcke
05. 1. bis 28. 2. 2013

Familie Malentes 99 Luftballons
Schlager-Revue der 80er Jahre
15. 11. bis 31. 12. 2012

 

musik

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2012-13 als pdf

Information / Buchung:
Tel.: 04121 - 3800

Theater Kontraste
im Winterhuder Fährhaus, Hamburg
Ein fliehendes Pferd
Schauspiel nach der gleichnamigen
Novelle von Martin Walser
Theaterfassung von Martin Walser
und Ulrich Khuon
Aufführungsrechte:
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main

Regie: Kai Uwe Holsten
Ausstattung: Telse Hand
Helmut Halm Ulrich Bähnk
Sabine Halm Anne Schieber
Klaus Buch Oliver Sauer
Helene Buch Sonja Stein

Wiederholungstournee
Tourneezeitraum: 20.09 2012 bis 25.10.2012


Inhalt:

Schon im elften Jahr verbringen Studiendirektor Helmut Halm und seine Frau Sabine ihren Sommerurlaub am Bodensee – wie immer in der gleichen Ferienwohnung. Von Beruf und Alltag gelangweilt und desillusioniert, hat sich das Paar in seiner Einsamkeit zu zweit eingerichtet. In diesem Sommer jedoch bricht das pralle Leben in die routinierte Langeweile des Paares ein. Klaus Buch heißt der sportlich aktive Typ mit einer um Jahre jüngeren, attraktiven Frau an seiner Seite, der seinen Schulfreund Helmut auf der Seepromenade auch nach 23 Jahren sofort wieder erkennt. Der Unterschied zwischen den beiden Kameraden könnte nicht größer sein. Für Helmut werden die Ferien zum Albtraum, als er in seinem Urlaub am Bodensee auf seinen früheren Schulfreund Klaus trifft. Denn eigentlich will er nichts als seine Ruhe. Nur mit Mühe gelingt es der erlebnishungrigen Sabine, ihren widerwilligen Gatten für eine Segelpartie mit Klaus und Helene aus dem Sessel zu reißen. Kein Wunder, denn Helmut fühlt sich von diesem Klaus mit seinem ewigen „Erinnerungsgejaule“ vor den anderen als verklemmter Spießer bloßgestellt, der zudem mit ansehen muss, wie Sabine offen mit dem hyperaktiven Kerl flirtet. Partnertausch liegt in der Luft - bis Helmut das Ruder herumreißt. Die Katastrophe bricht herein, als von einer gemeinsamen Segelpartie der beiden Männer nur Helmut Halm zurückkehrt.
Ein packendes Psycho-Duell zweier Menschen mit völlig gegensätzlichen Lebensanschauungen.

Zum Stück
Martin Walsers 1978 erschienene Er­­zäh­lung „Ein fliehendes Pferd“ gilt als eine der schönsten Novellen des 20. Jahrhunderts. 1985 entstand die The­a­terfassung, die Martin Walser auf dessen Anregung hin gemeinsam mit Ulrich Khuon verfasste, dem damaligen Konstanzer Theaterdramaturgen. Die Theaterfassung hatte am 19.07.1985 in der Regie von Khuon beim ersten Meers­burger Theatersommer Premiere und wurde mit 13 ausverkauften Vorstellungen ein Publikumserfolg.
1986 entstanden außerdem eine Hörspielfas­sung und eine Fernsehverfilmung mit Dietmar Mues. 2007 wurde „Ein fliehendes Pferd“ mit Ulrich Tukur, Ulrich Nöthen und Katja Riemann fürs Kino produziert. In Hamburg wurde das Theaterstück „Ein fliehendes Pferd“ erstmals in der „Kontraste“-Reihe an der Komödie Winterhuder Fährhaus gezeigt.
Zentrales Thema der Novelle sind die Abgründe und Verwirrungen zutiefst bürgerlicher Männer und Frauen jenseits der 40.

Kritiken:

Zwei Ehepaare als gemischtes Doppel im Clinch: Eine mitunter rätselhafte, bitterböse Komödie, die Lachen und Gänsehaut erzeugt. Die Welt

Mit schön bissiger Ironie inszenierte Regisseur Kai Uwe Holsten „Ein fliehendes Pferd“ nach der Novelle von Martin Walser. Ein packendes Spiel um Lebenslügen und Täuschungsmanöver. Ausdrucksstark zeigen sich Anne Schieber und Ulrich Bähnk als Paar, in dessen Vernunftehe der erotische Kick fehlt. Und exzellent enthüllen Frank Stieren als potenter Lover und Sonja Steins fügsame Partnerin Helene Frust, Schwachheit und mangelnde Bodenhaftung hinter der Fassade scheinbar überschäumender Lebenslust. Den Zuschauern jedoch fehlt es bei diesem großartig eingespielten Quartett an nichts. Ein sehr sehenswertes Vergnügen.Hamburger Morgenpost

Am Ende stehen dann alle vier wie begossene Ehekrüppel da, lächerlich, banal und lebenstüchtig nur da, wo Fluchtwege sind. Ulrich Bähnks Helmut gibt den selbstzufriedenen Spießer Helmut als Bücherwurm in geräuscharmen Gesundheitsschuhen (Ausstattung: Telse Hand). Sabine muss mal eine lebenslustige Frau gewesen sein, die von Anne Schieber angenehm selbstbewusst gespielt wird. Frank Stierens Klaus ist ein flattriger Mini-Macho, ein Gesundheitsguru mit ungesundem Sendungsbewusstsein. Sonja Stein zeigt in Helene eine aufgekratzte Gefährtin, die tief im Innern Ruhe und Geborgenheit sucht. Vier Versuche, dem Leben Wahrheiten abzutrotzen. Man schaut ihnen gerne zu.Hamburger Abendblatt

Der Autor:

Martin Walser, geb. 27.03.1927 in Wasserburg am Bodensee, gehört seit 5 Jahrzehnten zu den renommierten deutschen Schriftstellern und wurde vor allem als Romanautor bekannt. Er gilt als ebenso scharf beobachtender wie klar formulierender Gesellschaftskritiker. Dieser Ruf gründet nicht zuletzt auf der 1978 erschienenen Novelle „Ein fliehendes Pferd“, die von der Kritik zu Recht als eine zutreffende Bestandsaufnahme der Verhältnisse bundesdeutscher Gesellschaft gewertet wurde. In der Figurenkonstellation um den Studienrat Helmut Halm herum zeichnete Walser ein Spiegelkabinett mittelständischer Befindlichkeiten, das die Lebenslügen und Identitätsprobleme einer ganzen Generation mit ironischer Schonungslosigkeit aufdeckt. Zur Aktualität von „Ein fliehendes Pferd“ äußerte Martin Walser: „Bücher, die einmal gestimmt haben, stimmen so lange die Menschen sich nicht ändern. Die Zahlen neues Jahrhundert, neues Jahrtausend, täuschen einen Wandel vor, den es nicht gibt. Äußerlich verändert sich mehr als innerlich. Was Helmut Halm und Klaus Buch voreinander verbergen, gehört, glaube ich, immer noch zu unserem Bewusstseinstheater.“

 

 

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