
Sechs Tanzstunden in sechs Wochen
Wiederholungstournee
Schauspielbühnen Stuttgart
Komödie von Richard Alfieri
Aus dem Amerikanischen von Johan Gumbrecht
Aufführungsrechte: Rowohlt Theater Verlag, Reinbek
Regie: Volker Jeck
Choreographie: Tanya Fischer
Ausstattung: Gerrit Schulze Uphoff
Lily Harrison Heidi Mahler
Michael Minetti Christoph Wieschke/Axel Stosberg
Tourneezeitraum: 25.9.2010 bis 22.12.2010
Zum Inhalt
Schlagfertig und frech ist der junge Tanzlehrer Michael Minetti, den die einsam lebende, rüstige Lily Harrison von der Tanzschule zum Privatunterricht zu sich nach Hause geschickt bekommt. Da ihm jedoch das notwendige Taktgefühl der älteren Dame gegenüber fehlt, kracht es schon beim ersten Zusammentreffen der beiden ungleichen Charaktere gewaltig: Lily ist von Michaels unverblümter Art empört und würde ihn am liebsten sofort wieder aus ihrer Wohnung werfen. Doch Stunde um Stunde, bei Walzer, Foxtrott und Cha-Cha-Cha, nähern sich die beiden nun zögerlich an, decken die Lügen des anderen auf und geben ihm etliches aus ihrem Leben preis. Von Tanzstunde zu Tanzstunde lernen sich die baptistische Prediger-Witwe und der gescheiterte Show-Tänzer immer besser kennen und verstehen. „Die Zuschauer erleben wie sich aus anfänglicher Befremdung und Misstrauen in flotten Schritten Zuneigung und letztendlich eine wunderbare Freundschaft entwickeln.“
Hinreißend leichtfüßig und anrührend erzählt Richard Alfieris Erfolgsstück vom Altern und der Einsamkeit, von Liebesbeziehungen und Lebensentwürfen, von Vorurteilen und Enttäuschungen. Seine Tragikomödie, die durch Witz und Tiefgang besticht, ist ein flotter, scharfzüngiger und pointenreicher Schlagabtausch zwischen zwei Menschen, die gegensätzlicher nicht sein könnten.
Kritiken:
Heidi Mahler und Axel Stosberg tanzen super und spielen wunderbar. Rührend, witzig unterhaltsam. Tolle Mischung aus Nachdenklichkeit, Mut, purer Lebensfreude. Wertung: Sehr gut! BILD
Ein Traumpaar im "Trainingslager für den Himmel". Ein Stück über die vitalste Ausdrucksform des Lebens. Trauer, wie sie immer wieder in den Gesprächen aufscheint, wird aufgefangen von Lebensmut und Zuversicht; Erschöpfung verwandelt sich im Tanz wieder zu Lebenskraft. Die beiden leichtfüßigen Akteure haben ihr Publikum glänzend unterhalten und zur Nachahmung angeregt.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Eine hinreißende Premiere. Sehr schön arbeitet Regisseur Volker Jeck die Binnenspannung des ungleichen Paares heraus. Im Zootheater erlebt man eine brillant gespielte Tragikomödie über die Begegnung zweier Generationen. Heidi Mahler gibt ihrer Lily zauberhaft borstige Bodenhaftung und verführerische Samttöne zur überzeugenden Leichtfüßigkeit der Tanzszenen. Ebenso überzeugend Axel Stosberg als Michael, der den vielfältig enttäuschten Verführer mimt -- hinreichend durchtrieben, anhaltend rebellisch und mit genügend Spontaneität. Ein hinreißendes Duo, zwischen dem mit abnehmendem Zankpegel das Vertrauen wächst und schließlich tiefe Zuneigung entsteht. Frankfurter Neue Presse, 23.1.2010
Bei Swing und Walzer kommen sie sich näher: Die spröde Lily (Heidi Mahler) und ihr Tanzlehrer Michael (Christoph Wieschke). Dessen Taktlosigkeiten ("Die Wurzel aller Tänze ist die Sexualität") schockieren die Predigerwitwe anfangs, nach und nach jedoch überwinden die beiden ihre Vorurteile. Dank des Traumduos wird Richard Alfieris Erfolgsstück "Sechs Tanzstunden in sechs Wochen" an der Komödie Winterhuder Fährhaus gefeiert. Fazit: Humor- und schwungvoll!
Hamburger Morgenpost, 5.11.09
Den beiden Akteuren dabei zuzusehen, wie sie sich wie Raubtiere erst skeptisch, dann zutraulich umkreisen, ist pures Vergnügen. Über die ernsten Zwischentöne findet auch das Stück in der Regie von Volker Jeck den richtigen Rhythmus. Hinter der Humorfassade geht es schließlich um etwas Großes: Ein Mensch findet ein Gegenüber. Über alle Gräben hinweg.
Hamburger Abendblatt online, 5.11.09
Trotz der Anhäufung ernster Themen vom christlichen Fundamentalismus über Homophobie und den Umgang mit Senioren in der Gesellschaft, durchzieht eine wunderbare Leichtigkeit das Stück, die nicht zuletzt den gut aufgelegten Darstellern geschuldet ist.
Neue Westfälische
Viel Applaus gab es für die herausragende Leistung der beiden Schauspieler.
Ebersberger Zeitung
Heidi Mahler
Heidi Mahler ist eine echte Hamburger Deern. Die Tochter des Schauspielers, Regisseurs und langjährigen Ohnsorg-Theater-Chefs Hans Mahler und der Schauspielerin Heidi Kabel studierte an der renommierten Staatlichen Schauspielschule ihrer Heimatstadt bei Lehrern wie Eduard Marks, Rolf Nagel und Hermann Lenschau. Nach Abschluss ihrer Ausbildung spielte sie am Ohnsorg-Theater im klassischen Repertoire die jungen Mädchen, aber auch große Charakterrollen wie das stumme Vergewaltigungsopfer in „Johnny Belinda“ oder die Marthe Schwertlein im plattdeutschen „Faust“.
In den 80er Jahren holte Rudolf Noelte die Schauspielerin als Liese Bänsch in seine berühmte Inszenierung des „Michael Kramer“ am Hamburger Thalia Theater und später noch einmal als Mascha in Tschechows „Drei Schwestern“ nach Bonn.
1984 verließ Heidi Mahler das Ensemble des Ohnsorg-Theaters. Auf großen Tourneen spielte sie zum Beispiel in „Minna von Barnhelm“, in Hofmannsthals „Jedermann“ sowie zusammen mit Peter Fricke in Ayckbourns „Tischmanieren“ und in zahlreichen weiteren Produktionen. Immer wieder auch stand sie als Gast auf der Bühne des Ohnsorg-Theaters, so als von Publikum und Presse einhellig gefeierte „Mudder Mews“ und Lotte Kellermann in der niederdeutschen Fassung der Ehekomödie „Frühstück bei Kellermanns“.
Außerdem wirkte Heidi Mahler in zahlreichen Fernsehproduktionen mit. Seit 1986 ist die Schauspielerin mit dem Regisseur und Autor Michael Koch verheiratet. Ihre knappe Freizeit genießt Heidi Mahler am liebsten auf ihrem Bauernhof in der Eifel.